Wir über uns

Die Stadtkirche St. Christophori oberhalb des Altmarktes in Hohenstein - seit 1898 Hohenstein-Ernstthal - wurde 1756/1757 nach Plänen des Freiberger Ratsbaumeisters Johann Gottlieb Ohndorff erbaut. Seit 1536 stand an selber Stelle zunächst eine Kapelle (seither selbständiges Pfarramt) und dann bereits seit 1555/1557 ein grösseres Gotteshaus. Dessen Turm wurde schon 1729-1733, also rund 25 Jahre vor dem Bau der jetzigen Kirche, durch den heutigen, markanten und weithin sichtbaren Kirchturm ersetzt.

Die beiden Treppenhaustürme, im Kirchenschiff die gediegene Holzarchitektur aus schwedischer und schlesischer Kiefer samt einer mit Schnitzarbeiten versehenen Kanzel aus Eichenholz sowie im Altarraum die Sandsteintaufe und drei grosse bleiverglaste Fenster mit farbenfroh gestalteten biblischen Motiven kamen 1888/89 hinzu. In den 1980er Jahren wurde die Orgelempore erweitert und darunter ein durch Glas vom übrigen Schiff abgetrennter Raum als "Winterkirche" und zusätzlicher Gemeinderaum eingerichtet.

Das Diakonat an der Ostseite der Kirche, das jetzt das Pfarramt und Gemeinderäume beherbergt, wurde um 1880 erbaut. Das Gebäude ersetzte die 1589 bzw. um 1720 an selber Stelle errichtete erste Schule Hohensteins. Bis in die 1970er Jahre führte eine grosse Freitreppe auf den Platz vor dem Diakonat.

Die Barockkirche mit ihrer zweigeschossig umlaufenden Empore verfügt über die grösste Orgel im ehemaligen Landkreis Chemnitzer Land und somit auch im Kirchenbezirk Glauchau-Rochlitz (drei Manuale plus Pedal, rund 3.700 Pfeifen). Es handelt sich überdies um eine ausgesprochene Rarität: nämlich um eine pneumatische Orgel mit Fernwerk samt historischem Glockenspiel. Auf dem Dachboden der Kirche verbindet ein mehr als 25 Meter langer, gemauerter Schallkanal das Fernwerk mit einer Austrittsöffnung über dem Altarraum. Das Instrument wurde 1925 durch die Dresdener Werkstatt Jehmlich in den alten Orgelprospekt von 1777 hinein errichtet. In 2002 konnten dank eines Sponsors Schäden an der pneumatischen Steuerung beseitigt werden.

Die Rückwand des Altarraums gestaltete 1985 der Bildhauer Friedrich Press. Bemerkenswerte Einzelstücke sind ein von Michael Hegewald 1610 geschaffenes Taufbecken aus Mamor und ein Christophorus-Korpus aus dem 15. Jahrhundert.
Die Entstehung Hohensteins verdankt sich dem Erzbergbau und geht bis auf das frühe 14. Jahrhundert zurück: Um 1320 begannen Zuwanderer aus Böhmen, hier nach Erzen zu graben. Die daraus erwachsene Siedlung (1411 als Siedlung "uff den Hohen Stein" bei Waldenburg erstmals urkundlich erwähnt), ging jedoch 1430 im Hussitenkrieg zugrunde. Wenige Jahrzehnte später entstand an selber Stelle ein neuer Ort, der schliesslich 1510 Stadtrecht und 1562 Marktrecht erhielt. Gefördert wurden Silber, Kupfer und Arsenikerz sowie in geringeren Mengen Gold, dann auch Eisenerz und Serpentinstein. Das letzte Bergwerk, St. Lampertus, schloss 1910. Bis heute zeugen zahlreiche Stollen unter der Stadt und ihrer Umgebung von dem intensiven Bergbau.

Seit dem 16. Jahrhundert kamen die Leinenweberei und später die Strumpfwirkerei als weitere wirtschaftliche Standbeine hinzu, aus denen schliesslich die bis Anfang der 1990er Jahre vorherrschende Textilindustrie hervorging. Auch international bekannt ist Hohenstein insbesondere durch den Sachsenring (in Sichtweite der Kirche), dessen alte Strecke mitten durch die Stadt führt. 1995/1996 erhielt der legendäre Auto- und Motorrad-Rennkurs seine neue Piste und wurde um ein Verkehrssicherheitszentrum ergänzt.

Karl May, der in St. Christophori seine erste Frau Emma Pollmer heiratete, setzte der Stadt - unter dem Eindruck des Weberelends seiner Jugendzeit - mit "Die Sclaven der Arbeit", der zweiten Abteilung seines Romans "Der verlorne Sohn oder Der Fürst des Elends" (in der Bearbeitung "Das Buschgespenst") Mitte der 1880er Jahre ein sozialkritisches literarisches Denkmal, worin er die heimatlichen Örtlichkeiten freilich näher an das Erzgebirge und die Grenze zu Böhmen heranrückt. Im Wendejahr 1989 war St. Christophori, wie St. Nicolai in Leipzig, Ausgangspunkt offenen Widerstands gegen das SED-Regime (z.B. sonntägliche "Montagsdemonstrationen").

Das kirchgemeindliche Leben wird u.a. durch zahlreiche Gruppen und Kreise geprägt. Mehr Infos dazu finden Sie unter Gruppen & Kreise. Konzerte, Gemeindeabende zu Themen aus Theologie, Glaubens- und Gemeindeleben und andere Veranstaltungen runden das Angebot ab.

Der Gottesdient - Mitte der Gemeinde: Die Gottesdienste in der St.-Christophori-Kirche finden üblicherweise sonntags um 9:30 Uhr statt, meist mit Kindergottesdienst. Außerdem lädt die Gemeinde montags um 9:30 Uhr zum Gottesdienst im Bethlehemstift und einmal im Monat zur Bibelzeit ein.

Mit der St.-Christophori-Kirchgemeinde sind einige namhafte Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik verbunden.

Die Kirchgemeinde unterhält den Hohensteiner Friedhof. Ferner ist sie an der "Bunten Post" (offenes Kinder- und Jugend-Angebot des CVJM) in Ernstthal beteiligt. Sie unterhält Partnerschaften mit der Ev.- luth. St.-Cosmae-Gemeinde in Stade (Niedersachsen) und der evangelischen Kirchengemeinde in Hartha (Ungarn).